Teil 1
Es ist eine merkwürdige Geschichte und ich glaube nicht, daß in Friedenszeiten so etwas geschehen könnte – der Mensch muß durch die Aufregung und die Exaltation um ihn her erst ein wenig rabiat gemacht sein, um durch so kecke Streiche sich selber zu helfen; und dann muß er, um so glorreich damit durchzudringen, auch noch als Spießgesellen einen so außerordentlichen Onkel haben, wie ich ihn im Onkel Peter besitze, meinem teuren sarkastischen Onkel Peter! Ich habe nie begriffen, wie man nur so gut und doch so durchtrieben sein kann, wie dieser brave Onkel Peter mit seinem struppigen, impertinent blonden Haar, seinen pfiffigen, blauen Augen und seinem pockennarbigen Gesicht, das gar nicht schön ist und doch eine so gute Seele birgt! Vielleicht erklärt es sein langer Aufenthalt in einem Champagnergeschäft in Frankreich. Die Bravheit hat er aus Deutschland mitgebracht, und der Champagner hat seine Intelligenz moussieren machen, und der Geschäftsverkehr mit den geriebenen Franzosen hat ihn schlau gemacht. Soviel ist gewiß, er ist den Herren Franzosen gewachsen, und wenn das Geschäft des Herrn Andre Mounier sich seit zwanzig Jahren in wachsendem Gedeihen befunden, so ist das nicht zum geringsten Teile das Verdienst des ersten Buchhalters und Prokuraführers Peter Bartholdi. Herrn Andre Mounier, dem hitzigen und sehr selbstbewußten Prinzipal, ist sein Glück ein wenig zu sehr zu Kopfe