1. Der Convertit.
Es ist nicht lange her, da saßen in New-York ein halbes Dutzend Deutsche um eine Flasche 1865er zusammen. Aus allen Enden und Ecken des weiten Unionsgebietes waren sie zufällig hier zusammengetroffen, denn New-York ist vor allen Städten der Welt diejenige, wo sich am Ende wieder Alles zusammenfindet, was getrennt und über die weite Welt verstreut war. Wie beim Kartenspiele am Ende eines Spieles die Trümpfe immer beisammen liegen, die dann der Kartengeber sorglich auseinandermischt, so führen Geschäfts- oder Erholungsreisen die Männer, welche das Schicksal zur Aussaat der Ideen weithin verstiebt, hier im Babel der Neuen Welt immer wieder zuhauf. Da erzählt man sich denn das inzwischen Erlebte, man tauscht Erfahrungen, gute und schlechte Witze und eine reiche Gabe neuen Lebensmuthes aus und ein. Nachdem die erste lebhafte Freude des Wiedersehens einem allgemeinen ruhigeren Gespräche Raum gegeben hatte, kam die Rede auf die unbeschreiblich bunten Erlebnisse, welche das Land bietet, und es wurde der Vorschlag gemacht und mit Beifall aufgenommen, daß ein jeder der Anwesenden seinen Lebenslauf in Amerika mittheilen solle. Der ehrwürdige altersgraue Professor K… gab diesem Vorschlage noch eine ganz besondere Würze, indem er hinzufügte: „Und ich schlage noch weiter vor, daß am Schlusse Einer von uns beauftragt werde, sämmtliche Lebensläufe in einen Rahmen zusammenzufassen und der