Die Verjüngungskur
Die Wintersaison von Monte Carlo näherte sich ihrem Ende. Auf der Terrasse hinter dem Kasino fand Konzert statt, welches man schon als ein Abschiedskonzert betrachten konnte. Denn morgen ging der erste Nord-Expreßzug ab, für den sämtliche Plätze bereits belegt waren. Dann noch einige Wochen, und das Paradies der Spieler und der internationalen Lebewelt würde öde und verlassen sein, den langen Sommerschlaf halten, um erst im Spätherbst zn neuem Leben zu erwachen. Dumpf hallte ein Kanonenschuß. Er konnte nur von der Seeseite herkommen, alle Augen richteten sich dorthin. Allein, außer einigen Segelbooten war nichts zu sehen. Noch ein Kanonenschuß, und nun entdeckte man am Horizont neue Segel. Krimstecher und Taschenfernrohre wurden hervorgeholt, die Damen brachten die Lorgnetten vor die Augen. »Eine Jacht!!« Jetzt wurde es interessant, die ganze Terrasse kam in Aufregung. Die meisten der bekannten Jachten, welche im Winter regelmäßig in der Bucht von Monaco vor Anker gehen, weil sich ihre Besitzer in Monte Carlo alljährlich ein Rendezvous geben, waren bereits heimwärts gedampft oder gesegelt. In der Bucht, welche von der Landzunge, auf der das Kasino steht, und dem Felsen von Monaco mit Schloß und Kathedrale gebildet wird, schaukelten nur noch vier Dampfjachten: die von Vanderbilt, die von dem nicht minder bekannten amerikanischen Krösus Carnegie, die von Mr. Hobwell, dem