Vierter Band
Man saß bei Tisch im Hause Grumbach, und zwar wieder einmal zu dritt, der Hausherr, seine liebenswürdige Gattin Frau Violet und der alte bewährte Hausfreund Dagobert Trostler. Der weißbehandschuhte Diener servierte eben die Suppe, als im Nebengemach die telephonische Klingel ertönte. Auf einen Blick des Hausherrn begab sich der Diener zum Apparat und kam nach wenigen Sekunden schon mit der Meldung zurück: »Madame Meyer wird gebeten; es ist sehr dringlich!« Die Hausfrau lächelte, machte aber gleich darauf ein erschrockenes Gesicht. Sie hatte gelächelt, weil sie den Sinn der sonderbaren Meldung sofort verstanden hatte. Sie wußte, daß Polizeirat Doktor Weinlich und Dagobert sich dieses eigentümlichen Decknamens bedienten, wenn sie miteinander telephonisch verkehrten. Und erschrocken war sie dann, weil sie sich gleich sagte, daß es mit dem geselligen Zusammensein bei Tische, auf das sie sich wie immer gefreut hatte, nun auch schon sein Ende habe. Das war sicher wieder irgend so eine Detektivsache, und wenn Dagobert von so etwas hörte, dann war er einfach nicht zu halten. Sein »Beruf«, sein »Geschäft« ging ihm über alles. Tatsächlich erhob er sich sofort und legte seine Serviette auf den Tisch. »Aber, Dagobert,« flehte die Hausfrau, »essen muß doch der Mensch, und wenn die Geschäfte auch noch so pressieren mögen!« »Allerdings, Frau Violet, essen muß der Mensch, aber es muß nicht