Erstes Kapitel
1. Wenige werden erraten, wie der obenstehende Name eigentlich im Kalender heißt, und doch ist er allgemein bekannt und erinnert das Schicksal deren, die ihn trug, leider nur zu sehr an das ihrer Patronin Genovefa. Das vornehmste Haus des ganzen Dorfes, das eine so breite Fronte nach der Straße zu macht, daß alle Handwerksburschen, die durch das Dorf wandern, hineingehen und um einen Zehrpfennig bitten, das gehörte einst dem Vater des Vefele; die beiden rechts und links stehenden Häuser, das waren seine Scheunen. Der Vater ist tot, die Mutter ist tot, die Kinder sind tot. In dem großen Hause ist eine Leinweberei. Die Scheunen sind zu Häusern verbaut, und das Vefele ist spurlos verschwunden. Nur das eine steht noch fest, und wird es wohl immer bleiben, im ganzen Dorfe heißt das große Haus noch immer »des Schloßbauern Haus«; denn der alte Zahn, der Vater Vefeles, wurde der Schloßbauer genannt. Er war nicht aus dem Dorfe gebürtig, sondern aus dem zwei Stunden entfernten Baisingen herübergezogen. Baisingen gehört zu dem kornreichen sogenannten »Strohgäu«, und die Baisinger werden spottweise »die Strohgänger« genannt, weil im ganzen Dorfe fast alle Gassen mit Stroh bestreut sind. Dies dient sowohl dazu, um der Mühe der Straßenreinigung überhoben zu sein, als auch, um auf diese Weise mit dem zertretenen Stroh neuen Dünger zu gewinnen; denn die Baisinger haben so viele Äcker, daß sie