Des Salpeterhanns Wienfahrt
Die Sonne war zur Ruste gegangen, und mit leisem Wehen rauschte die Abendluft durch die Wipfel des Waldes, als Johann Fridolin Albiez, der Salpetergraber von Buch bei Birdorf, nach der Bauerin Begehr auf der Bank des Vorplatzes seinen Bericht anhob: Drum war der Friedel schon nimmer hiesig, als ich's mit der Bruderschaft ausmachte, heimlich nach Wien zu gehen, mit dem Herrn Kaiser Karl in seiner Hofburg von Angesicht zu Angesicht zu reden und ihm zu sagen, dass der Abt von Sanct Blasi das Volk zahlen liess, wie weiland Konig David, und wir daher durch diese lasterliche Beeintrachtigung unser alten Freibriefe und Handvesten auch noch befahren mussten, den Wurgengel auf dem Wald zu sehen; denn in der heiligen Schrift steht ausdrucklich zu lesen, dass der Herr zur Strafe wegen der Zahlung des Volkes Pest und Sterben gesendet hat. Ich nahm also Urlaub von Weib und Kind, von Freunden und Brudern, wallfahrtete barfuss nach Todtmoos, um ein Gelubde zu thun und sonst durch gottseliges Werk mich fur die lange Fahrt zu starken. Dann zog ich meine Schuh' an, und dieweil daheim nicht nach dem Weg fragen mochte, damit nicht etwa ein Hallunk mein Vorhaben inne wurde und an die Amtleute verriethe, so dachte ich bei mir in meinem Sinn: "Du gehst nach Donaueschingen hinauf, von wo die Donau dich schon nach Wien fuhren wird, ohne dass du erst lange hust oder hott zu fragen brauchst!" Gedacht,