Erstes Buch: Die Bodega Quo vadis? und gewisse Konsequenzen
Was die Auffassung von Eltern über ihre Kinder anlangt, so ließe sich gar viel darüber schreiben. Sauls Vater dachte nicht besonders groß von seinem Sohne, als er ihn aussandte, um die Eselinnen zu suchen; und doch kehrte dieser mit einer Königskrone zurück. Mein Vater pflegte von mir zu sagen wie Gustav III. von seinem Sohne: »Der endet einmal unglücklich. Er ist zu frech und faul, als daß je aus ihm etwas werden könnte.« Ich erzähle dies nicht, um mich mit Saul, der König ward, oder Gustav IV. Adolf, der abgesetzt wurde, zu vergleichen; ich sage es nur, um zu zeigen, daß man nie wissen kann, wie es geht. Mein Vater hielt mich für unmöglich und begründete das mit: ich erinnerte ihn in allem und jedem – Frechheit, Eigensinn und Faulheit – an seinen Bruder John. Diesen machte er zu meinem geistigen Urheber und zu dem, der vor der Nachwelt die Verantwortung für mich tragen mußte wie für eine eigene Schuld. Onkel John starb, als ich zehn Jahre zählte, kurz nachdem er aus dem Ausland zurückgekehrt war. Onkel John hatte meiner Familie große Enttäuschungen bereitet. In seiner Jugend hatte er sehr rasch all sein Hab und Gut durchgebracht. Das nahm nur wenige Jahre in Anspruch. Die Familie mußte eingreifen, und Onkel John wurde in den verschiedensten Berufszweigen untergebracht. Er zeigte einen restlosen Mangel an Neigung für alle und die größte Abneigung gegen alles, außer dagegen,