Chapter

Einleitung

In den Jahren 102/103 n. Chr. verfasste Flavius Josephus seine Selbstbiographie (Vita, Griechisch: Ἰωσήπου βίος). In ihr schildert er seinen Werdegang mit Fokus auf seinem Wirken als jüdischer Militärkommandeur in Galiläa zu Beginn des jüdischen Aufstands (ca. 66-67 n.Chr.). Er verteidigt sich gegen Beschuldigung u.a. von Justus von Tiberias. Der hier gebotene Text entstammt der Übersetzung von Heinrich Clementz (1859–1946). Sie erschien 1901 und hatte die Textausgabe von Karl Wilhelm Dindorf (Paris 1865 MDZ München) zur Grundlage. Dadurch fehlt im Original die Paragraphenzählung der heute maßgeblichen textkritischen Ausgabe von Benedikt Niese (Berlin 1890 [Bd. 4]). Diese Paragraphen sind für Zitation des Werkes heute unerlässlich und wurden in Fettschrift und mit Anker versehen in den vorliegenden Text nachgetragen. Die Selbstbiographie schrieb Josephus, um sich gegen die Beschuldigungen zu verteidigen, welche Justus von Tiberias[1] und andere gegen ihn erhoben hatten. Man warf ihm nämlich vor, eine Reihe von Thatsachen, zumal solche, die seine Statthalterschaft in Galilaea betrafen, wissentlich verschwiegen oder verfälscht zu haben. Justus von Tiberias insbesondere hatte wie Josephus eine Geschichte des Jüdischen Krieges[2] herausgegeben und darin seine Angriffe gegen den Befehlshaber von Galilaea veröffentlicht. Dieses Werk ist nicht auf uns gekommen; wir vermögen deshalb

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