Chapter

Des Achmüllers Recht

Das Diendl hat keinen Buben, sag' ich dir … ich, sein Vater, hätt' ihn lang schon auf'gangen. Auch weiß bei uns herinn' ein jeder, wie's mit der Mühl' steht; und da vergeht einem richtigen Burschen die Lust bald, zu der Achmüller-Rosel Fensterl'n zu gehen.« So ließ sich am Schlusse einer längern Unterredung der eine der beiden Männer vernehmen, die schon vor Sonnenaufgang hinter der Weidenböschung drunten am Wasser standen. »Wohl, wohl, das kann mir schon recht sein,« versetzte lebhaft der andere; »aber das Madel ist zu viel fein, als daß ein Bub lang' auf die Mühl' schaut. Kurz und gut, folgt nur mir, Müller; dann soll's auf dem Gütel auch bald wieder anders ausschauen.« »Ja, wenn unser Herrgott will, und der Landrichter zu Rosenheim nichts dawider hat,« entgegnete mit einem tiefen Athemzug der Achmüller und streckte seinem Gefährten die Hand zum Abschied hin. »Behüt Gott, Wastl, nichts für ungut!« »Behüt dich Gott, Müller, und überleg dir's wegen dem Madel mit deinem Weib!« rief dieser dem sich Entfernenden nach. Nicht allein an der Aussprache, auch an Figur und Kleidung erkannte man in dem Zurückbleibenden leicht den Tiroler. Der breite, reich ausgenähte Leibgurt umspannte eine hochgewachsene, ebenmäßige Gestalt im besten Mannesalter, indeß der spitze, breitkrämpige Hut ein etwas verschmitztes, stark wettergebräuntes Gesicht beschattete. Die graue Lodenjoppe saß schmuck an

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