Chapter

Erster Teil

Für S. S. Posnjakow Die Feldwege waren trocken. In gelben Streifen, den auseinandergebogenen Strahlenkränzen dunkelnder Ikonenmäntel gleich, lag der Flachs auf der grünen Wiese, braun in der Mitte, golden schimmernd an den Rändern. Die hoch dahinziehenden Wolken verhießen keinen Regen; der Wind, der von den kristallklaren Seen kam, erfüllte den bunten Wald mit der Vorahnung winterlicher Stille. Laut dröhnten die Räder auf der morgens gefrorenen Straße, und das runde, rosige Gesicht des Fahrenden war von der noch nicht beißenden Kälte noch rosiger geworden. Er bog um die Kapelle und hielt vor einem großen Bauernhaus. Von hier aus sah man das kalte blaue Wasser, das große Herrenhaus in der gelben Birkenallee und die weiten Wälder am Ufer. Der Alte, der ihn durch das schmale Fenster bemerkt hatte, eilte heraus und sagte: »Ach, junger Herr, wir hatten Sie heute gar nicht erwartet! Nun, was hat Tantchen Alexandra Matwejewna beschlossen?« »Ich komme eben in dieser Sache zu Ihnen.« Er sprang aus dem Kabriolett und stand groß, stämmig, in dicker Joppe und hohen Stiefeln da. Sein Gesicht war rund und zart wie bei einem Kind; er nuschelte leicht. Der Bauer fuhr fort: »Ein großes Unglück ist uns geschehen!« »Was ist denn los?« »Den Paschka haben sie gestern auf der Fabrik erstochen.« »Was?« »Er ist tot, der Mörder hat ihn in den Bauch getroffen.« »Wer war es denn, hat man ihn erwischt?«

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