Chapter

Kindheit mit Suam

Das war der Name meines lieben Vetters, mit dem ich zusammen aufgewachsen bin. Unser erstes gemeinsames Erlebnis, an das ich mich noch deutlich erinnere, war nicht sehr froh. Wie alt wir damals waren, weiß ich nicht mehr genau, ich vielleicht fünf Jahre und er fünf und ein halbes. Da saßen wir eines Abends zusammen vor meinem Vater, der mit einem dünnen Stäbchen auf ein schweres Schriftzeichen in einem chinesischen Lesebuch deutete. Suam sollte sagen, was das Zeichen bedeute. Er hatte es am Morgen gelernt, aber als er nun gefragt wurde, schien er es vergessen zu haben. Schweigsam saß er da und rührte sich nicht, obwohl mein Vater wiederholt fragte. Mein Vater war ein ehrgeiziger Mann und wollte bei dem Sohn seines verstorbenen Bruders frühzeitig mit dem Unterricht im Chinesischen anfangen, weil es so schwer war. "Dieses Zeichen bedeutet Gemüse. Wie heißt es also im Chinesischen?" fragte der ungeduldige Lehrer. "Tsai" rief der kleine Suam blitzschnell. "Gut!" lobte ihn der Vater. "Wie heißt nun das nächste Zeichen?" Dieses schien aber noch schwerer zu sein als das erste. Suam blieb stumm, schielte immer wieder von einer Zimmerecke zur anderen und sah auch mich hilflos an. Ich konnte ihm aber nicht helfen, denn ich konnte ja noch nicht lesen. "Oh, du Dummkopf!" schalt ihn mein Vater und nun rollten aus Suams schmalen Augen Tränen herab und benetzten das rätselvolle

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