Chapter

XII. Wasmaßen eine Frau niemals beredter spricht, als wenn sie nicht spricht

Während seines Selbstgesprächs überhörte Thibault einige Worte, welche Susanna ganz leise zu Herrn Jean sagte. Er sah sie bloß wie ohnmächtig dem Baron in die Arme sinken. Der Amtmann blieb vor der seltsamen Gruppe, die sein Wachsstock beleuchtete, stehen. Da er sich mit seinem Gesicht Thibault gegenüber befand, so suchte dieser in der Physiognomie des Herrn Magloire zu lesen, was in seinem Innern vorging. Aber das joviale Gesicht des Amtmanns war von der Natur so wenig zur Abspiegelung extremer Erregungen geschaffen, daß Thibault in der Miene des gutherzigen Eheherrn nichts Anderes als wohlwollendes Staunen zu erkennen vermochte. Offenbar konnte auch Herr Jean seinerseits: nichts Anderes darin lesen, denn mit einer Unbefangenheit, welche Thibault ganz wunderbar, fand, rief er Herrn Magloire zu: »Nun, Herr Amtmann, wie steh's heute Abend mit dem Fläschchen, alter Junge?« »Ei wie! Ihr seid's, gnädiger Herr?« antwortete der Amtmann, indem er seine dicken Augen weit aufriß. »Bitte tausendmal um Entschuldigung! Wenn ich mir hätte denken können, daß ich die Ehre haben würde, Euch hier zu treffen, so würde ich mir nicht erlaubt haben, in einem so unziemlichen Costüm zu erscheinen.« »Bah! bah! Bah!« »Doch, gnädiger Herr; erlaubt, daß ich ein wenig Toilette mache.« »Nur keine Umstände, lieber Freund,« versetzte Herr Jean; »nach der Abendglocke muß man doch seine Freunde ohne

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