Noch ist Frieden am Glimmersee
Zur Zeit unserer Geschichte – zwischen den Jahren 1740 und 1745 – war nur ein schmaler Streifen Landes an beiden Ufern des Hudson von der Mündung bis zu den Fällen unweit seiner Quelle von Siedlern bewohnt und bildete mit ein paar vorgeschobenen Siedlungen am Mohawk und am Schoharie die Kolonie New York. Mit mächtigen Wäldern drängte die Urwildnis vom Westen her noch an den Hudson heran und darüber hinweg nach Neu-England hinüber. In diesem unübersehbaren Gebiet von noch unberührten Wäldern, mit glänzenden Seen und rauschenden Flüssen, war der Indianer unumschränkter Herr seiner angestammten Jagdgründe, und auf lautlosen Mokassins zog er hier gegen die weißen Eindringlinge auf Kriegspfad, die ihm das Land seiner Väter streitig machen wollten. Eine klare Junisonne lag über den hohen Baumkronen eines dichten Waldes, aus dem ab und zu die lauten Rufe zweier Männer drangen. Eine Gestalt arbeitete sich durch das verschlungene Gestrüpp am sumpfigen Rande einer Lichtung, die die Natur durch Brand und Sturm selbst geschaffen hatte und dem Wanderer den Ausblick auf ein Stückchen Himmel gestattete. »Hier kann man wieder atmen!« rief der rissige Wanderer vergnügt, »Hurra, Wilötöter, jetzt haben wir wieder Licht und sind nahe am See!« Da bog auch schon der zweite Wanderer das Gebüsch auseinander und trat ins Freie. Er ordnete seine verschobene Kleidung und ging zu seinem Gefährten herüber,