Chapter

Der wiederkehrende Christus

Auf einer Bank an dem rasch und energisch fließenden Strome, der die große Stadt teilte, saßen zwei Männer, von denen der jüngere, die Augen bohrend auf das unregelmäßige Gesicht des anderen geheftet, das Bild eines Gottesreiches entrollte, wie er sich ein solches vorstellte. Er sprach von den Schrecken des Krieges, der Lieblichkeit des Friedens, davon, daß die meisten Zwistigkeiten auf Mißverständnissen beruhten, daß die Menschen aufgeklärt, besser unterrichtet werden müßten, daß die Erde ausreichende Nahrung für alle böte, wenn jeder sich begnügte, und daß es nur darauf ankäme, die Menschen von der Wahrheit dieser Sätze zu überzeugen. »Und was machen wir mit den Bösen?« fragte der andere. »Die vermeintlich Bösen«, entgegnete der erste in gereiztem Tone, »sind meist nur schlecht erzogen und schlecht unterrichtet. Wer keine Kameraden zu bösem Tun findet, wer satt und gekleidet ist, wer nichts um sich her sieht, was schändliche Lüste reizt, muß wohl oder übel gut sein.« »Etwas fade, dieses Gute, das du da aufgepäppelt hast«, sagte der andere und lachte. »Du hörst mir nicht aufmerksam zu, Luzius,« sagte der erste, »weil du jenen Menschen im Soldatenmantel betrachtest, von dem du wohl weißt, daß er mir widerwärtig ist.« »Du solltest«, sagte der, welcher Luzius angeredet wurde, belustigt, »mit deinen Grundsätzen friedfertiger sein. Dieser junge Mann war offenbar früher Offizier und

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