Chapter

1. Kapitel

Der Forstmeister Schrader in Makunischken hatte gut geschlafen, gut gefrühstückt und saß nun, behaglich eine lange Pfeife rauchend, an seinem Schreibtisch. An einem anderen Tische des großen Amtszimmers saß emsig schreibend sein Gehilfe, der Forstaufseher Karl Mooslehner. Ab und zu hob er den Kopf und sah nach seinem Vorgesetzten hinüber, der die eingelaufenen Schriftstücke aufschnitt, durchlas und am Rande mit einer kurzen Bemerkung versah. Fast jeden Brief begleitete er mit einer kurzen, lauten Bemerkung: »Na ja – das können wir machen!« »Gar nicht dumm!« »Eigentlich überflüssig!« Nach diesen Ausrufen wußte der Forstschreiber aus langer Erfahrung die Stimmung des alten Herrn genau zu beurteilen. Sie schien heute ausgezeichnet zu sein. Jetzt aber begann hinter dem Aufsatz des Schreibtisches eine dunkle Rauchwolke aufzusteigen, und gleich darauf brach's mit Donnergepolter hervor: »Da soll doch gleich das heilige Kreuzmillionenschockdonnerwetter –! Mooslehner, wir bekommen wieder ein neues Pflanzeisen von der Regierung!« »Schön, Herr Forstmeister!« »Den Deuwel ist das schön! Ich denke, wir haben schon genug Alteisen auf dem Boden liegen!« Das Geräusch eines vorfahrenden Wagens unterbrach ihn. In schlankem Trab kamen zwei stolze Trakehner Rappen auf dem Pflaster angebraust. Auf einen leichten Druck der Zügel standen sie wie Bildsäulen. »Die Frau Weschkalnies aus Weschkallen!«

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