Erstes Buch - Der Vierzehnte
»Die Erde lieben ist Sünde, man muß das Himmlische lieben. Ich kann es aber nicht, – mehr als alles auf der Welt liebe ich unser Gut Tscherjomuschki! Solange ich da lebte, wußte ich es nicht. Kaum bin ich aber von dort fort, als ich es zu lieben anfing und mich danach so sehne, daß ich vor Sehnsucht sterben könnte.« »Lieben Sie Ihre Erde wie etwas Lebendiges, Marja Pawlowna?« »Natürlich ist sie lebendig! Wenn ich ins Gehölz komme, stehen die jungen Birken wie dünne Wachskerzen da, ihre Haut ist so warm, weich, von der Sonne durchwärmt, ganz wie lebendig. Ich umarme sie, schmiege meine Wange an sie, liebkose sie: mein liebes trautes Schwesterchen!« Im bläulichen Scheine der Winterdämmerung, der ganz schwach durch das vereiste Fensterchen des Reiseschlittens drang, betrachtete Fürst Valerian Michailowitsch GolizynGolizyn, Fürst Valerian Michailowitsch, Kammerjunker, Neffe des Fürsten Alexander Nikolajewitsch (1774-1844), wurde nach Sibirien verschickt, kam dann nach dem Kaukasus, starb 1859 amnestiert zu Petersburg. Anm. d. Übers. das liebliche Gesicht des jungen Mädchens und dachte bei sich: ›Bist selbst wie eine Birke im Frühling!‹ Marja Pawlowna sah ganz wie ein gewöhnliches Provinzfräulein aus, wie eines, von denen es heißt: Geteilt sind ihre Mußestunden Zwischen Klavier und Stickerei. Sie ist gekleidet nach dem Modebild im ›Telegraph‹; sie trägt einen mit dauerhaftem