Der Fremde
Der Fremde nannte sich Leo, und er wusste alles. Er kannte den Zeitplan des Geldtransports, die Route, die Namen der Fahrer, die Frequenz des Funkverkehrs, die Position der Überwachungskameras und den Code des Tresors im Transporter. Er wusste, dass Kurt ein Spielerproblem hatte und dass Michael vorbestraft war und dass Stefan eine Tochter hatte, die in Hamburg studierte. Er wusste alles, und er sagte alles, ruhig und sachlich, als verlese er eine Einkaufsliste.
Kurt wollte ihn wegschicken. Michael wollte ihn bedrohen. Stefan wollte wissen, woher er das alles wusste. Aber Leo lächelte nur und sagte, das sei unwichtig. Wichtig sei, dass der Plan, so wie er war, nicht funktionieren würde. Die Polizei wisse Bescheid — nicht alles, aber genug. Der Dienstag sei eine Falle, und die drei Männer würden direkt hineinlaufen, wenn sie nicht auf Leo hörten.
Er bot ihnen eine Alternative an — denselben Überfall, aber am Mittwoch, eine andere Route, ein anderer Transporter, der doppelt so viel Geld transportierte und halb so gut gesichert war. Der Plan war besser als Kurts, das musste selbst Kurt zugeben. Die Frage war nur: Was wollte Leo dafür? Und warum lächelte er so, als wüsste er etwas, das die anderen nicht wussten?