Chapter

1. Kapitel

Durst …! Leise klangen die Glöckchen der Reitdromedare, leise ließ der Wind den an den Abhängen der Hügel abwärts getriebenen feinkörnigen Sand rauschen und raunen von all den Märchen, die diese große Halbinsel seit Beginn unserer Zeitrechnung miterlebt hatte, dieses seltsame Land Arabien, von dem aus einst Mohammed seine neue Religionslehre mit Feuer und Schwert weiterverbreitet hatte, aus dessen weiten Wüsten unzählige gewappnete Scharen plündernd ihren Weg gen Westen genommen, an dessen Grenzen die Kalifen in Bagdad in zauberhaften Prunk geherrscht hatten … Der Mond war soeben aufgegangen, streute sein mildes Licht über das Sandmeer aus, über die felsigen, kahlen Höhen, die steinigen, ausgetrockneten Flußtäler auch über die im Schritt sich langsam vorwärtsquälende Schar von Reitern, die matt und abgehetzt irgend einem Ziele zustrebte. „Wasser nur Wasser, nur einen Tropfen!“ murmelte einer der letzten des Zuges, ein kleiner, dicker Mann, dem ein wirrer, rötlicher Bart das feiste, jetzt so verfallene Gesicht umrahmte. Er murmelte die Worte wie im Halbschlaf vor sich hin. Undeutlich kamen sie über die rissigen, blutenden Lippen. Und doch hatte sie sein Nachbar verstanden, der gerade seinem oftmals vor Schwäche stolpernden Reittiere den Hals aufmunternd klopfte. „Lieber Bolz, haben Sie Geduld“, sagte er freundlich tröstend. „Ali Mompo und Paul Loring sind ja weit voraus, um nach

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