Erster Aufzug
Ort und Zeit: Die Handlung geht vor in einem schwäbischen Städtchen zu Ende des 16. Jahrhunderts. Ein Zimmer in der Wohnung des Bürgermeisters mit einer Mittelthüre und zwei Seitenthüren. Erster Auftritt. Willmar kommt durch die Mitte und geht der rechten Seitenthüre zu, indem Else aus der linken Seitenthüre kommt. Else. Im Vorbeigehn guten Morgen! Willmar (zurückkommend). Ah, sieh da! (Ihre Hand fassend.) Den besten, schönsten Guten Morgen heut und immer! Else. Schon zur Arbeit? Willmar. Das versteht sich: Denn es hat schon sechs geschlagen, Und der Herr erwartet mich. Else. Ei, der sitzt bei seinem Warmbier. Die Gelegenheit zu plaudern Kommt vielleicht uns heut nicht wieder. Willmar. O, wie gerne, Jungfer Else – Else. Jungfer Else? Sprich, was soll das? Willmar. Ach! es klänge freilich hübscher Liebe Else; doch so oft ich Diese Worte will gebrauchen, Spricht es in mir, wag' es nicht! Else. So? Dem Narrn, der in dir redet, Sage nur, er möge schweigen. Horch, ich will dich etwas lehren: Haben einmal erst zu einem Wir gesagt: ich bin dir gut, Darf der eine alles wagen, Was mit Ehr' und Zucht bestehet: Und ich habe dir schon Sonntag Früh gesagt, ich sei dir gut. Willmar. Ja, das hast du, liebe, liebe, Theure Else; und ein Glück nur, Daß du mir es Sonntags sagtest; Denn ich war dir ganz betrunken; Alles schwamm vor meinen Augen, Meine Hände bebten; sicher Hätt' ich gar nicht