Chapter

Der verhängnißvolle Schatten

Nach schriftlichen Mittheilungen von Ernst Willkomm. Die Familie Hornburg war reich begütert. Außer dem alten Schlosse, das aus der Feudalzeit herstammte, und früher einem jetzt ausgestorbenen Grafengeschlecht gehört hatte, besaß sie noch verschiedene einträgliche Meiereien, große, gut bestandene Waldungen, Eisen- und Kohlenwerke, und endlich eine Reihe von Bretschneidemühlen, deren Anlage der starke Gebirgsfluß mit seinem natürlichen Gefälle überaus begünstigte. Der ältere Hornburg, der in hohem Alter verstarb, hinterließ drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Diese und den jüngeren Sohn, Ottwald, hatte ihm seine zweite Frau, eine Dame von altem, aber verarmten Adel, geboren. Der ältere Sohn, Cesar, war der Sprößling seiner ersten Frau, einer Bürgerlichen von großem Vermögen. Beim Tode des alten Herrn fand sich leider kein Testament vor, und obwohl die Halbgeschwister sich immer, so viel man wußte, gut vertragen hatten bei Lebzeiten des etwas wunderlichen Vaters, trat doch jetzt alsbald eine Spannung ein, die sich mehr und mehr verschlimmerte. Die Geschwister konnten sich über die ihnen zugefallene Erbschaft nicht einigen. Cesar war herrsch- und habsüchtig, und da ihm von seiner früh verstorbenen Mutter ein bedeutendes Vermögen zugefallen, er also an sich schon der Bevorzugtere war, so ließ er jetzt den weniger besitzenden Halbgeschwistern diese seine Überlegenheit in recht

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