Erster Teil
Die Erinnerung ist das einzigste Paradies, woraus wir nicht vertrieben werden können. Jean Paul. Das steht fest, nur der Dorfjunge genießt das wahre Jungenparadies. Ich bin einer gewesen, ich hab's genossen, wahrhaftig, bis zur Schamlosigkeit, und wenn ich an meine Kindheit denke – wie oft geschieht das! – da ist mir zumute, heute in meinen alten Tagen, wie dem sündigen Adam, als er draußen war und nun dasaß und seufzend sich die Hosen flickte. Leider fand ich keine Gegenliebe in meinem paradiesischen Heimatsdorfe. Man nahm mich als – ? sozusagen von Anfang an. Meine Mutter verpäppelte mich schlimm. Das trug ihr wie auch mir vielen Spott ein. Ich nahm mich aus unter den Dorfjungen wie ein wunderlicher bunter Stieglitz unter den Spatzen. Gleich die etwas weibische große, weiße Freese, mit ausgezackten Rändern, die meine Mutter mir um den Hals band und die mir – ja auch deshalb weil ich gern mit Mädchen spielte – den schmählichen Spitznamen »Mäkenjunge« einbrachte. Das träufelte den ersten Tropfen Essig in mein Leben. Und außer der Freese das merkwürdige grüne Mützchen mit roter Quaste, und im Winter wurde es auch noch mit roten Ohrenklappen versehen. Die Farben der Trikolore hatte sie in geradezu demonstrativer Absicht gewählt, meine gute Mutter, sie hatte dazu ihre Gründe. Endlich noch an zierlich perlengestickten Hosenträgern die übertrieben weiten Pumphosen, worin meine