Chapter

Einleitung und Alt-Berlin

Det is dem Berliner sein Fall! Witz, Humor und Anekdote. Er ist nicht für Traurigkeit. Und wenn auch sein altes Berlin abgebaut wird, wenn auch nur noch spärliche Reste von dem ehemaligen Berlin zeugen – das Berlinertum erhält sich. Selbst alle, die neu nach Berlin kommen, die ihre Existenz finden und auf dem mit tollem Trubel erfüllten Berliner Asphalt festwurzeln, nehmen unwillkürlich von der Art und dem Wesen des Berliners an. Selbst wenn sie nicht »Berlinern«, wenn sie vielmehr ablehnend denken: Icke, dette, kieke mal, Oogen, Fleesch und Beene, Die Berliner allzumal Sprechen jar zu scheene! Die Sprache allein macht es nicht. Auch ohne sich ihr ganz hinzugeben, dringt der Geist und die Art einer Stadt in ihre Bewohner ein. Wer aber so richtig mit einer Stadt verwachsen will, darf auch vor der ihm unschön vorkommenden Sprache nicht zurückschrecken. Gewiß ist das Berlinische oft herb und von einer verblüffenden Deutlichkeit und Schnoddrigkeit. Aber es ist auch so voller lustiger Redewendungen, so voll Selbstironie, freundlicher Satire, voll Bilderreichtums, voll witziger Wortspiele, daß seine Kenntnis zweifellos eine humorvolle Erhöhung des Lebensgefühls mit sich bringt und manchen Puff des Daseins leichter ertragen läßt. Der Berliner hat eben nicht nur den berühmten hellen und offenen Kopf. Er kann nicht nur Witze machen, Witze, wie sie zwischen Pankow und Potsdam üblich

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