Chapter

Der unsterbliche Golowan

Er selbst ist fast ein Mythos, seine Geschichte aber eine – Legende. Man müßte Franzose sein, um von ihm zu erzählen, da es nur den Angehörigen dieser Nation gelingt, anderen das zu erklären, was sie selbst nicht verstehen. Ich sage dies alles, um bei meinen Lesern im voraus Nachsicht für die allseitige Unvollkommenheit meiner Erzählung zu erbitten, die der Mühe eines weit größeren Meisters als ich wert gewesen wäre. Aber Golowan wäre vielleicht bald ganz vergessen worden, und das wäre schade. Golowan ist der Beachtung wert, und obwohl ich ihn nicht genau genug kenne, um ein vollständiges Bild von ihm zu entwerfen, will ich doch einige Züge dieses sterblichen Menschen schildern, der ohne hohen Rang es verstanden hat, als unsterblich zu gelten. Der Beiname des »Unsterblichen«, den Golowan erhalten hatte, war durchaus kein Spott und auch keine leere, sinnlose Redensart, sondern man nannte ihn unsterblich in der festen Überzeugung, daß Golowan wirklich ein besonderer Mensch sei, ein Mensch, der den Tod nicht fürchte. Wie konnte sich aber eine solche Meinung bei den Menschen bilden, die unter Gottes Himmel leben und sich stets ihrer Sterblichkeit bewußt sind? Gab es hiezu einen genügenden, in logischer Folgerichtigkeit entwickelten Grund, oder hat ihm eine der Dummheit verwandte Einfalt den Beinamen gegeben? Mir schien das letztere wahrscheinlicher, wie aber die anderen darüber

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