Chapter

Miß Arabella Sorming

Miß Arabella Sorming stamte aus einem guten, und was noch mehr sagen will, wohlbegüterten Hause; sie besaß eben keine übergroße Schönheit, aber ein feines artiges Gesicht auf einem wohlgebauten Körper; war gut erzogen, ihr eigener Herr und im Besiz eines Erbtheils von zwölftausend Guineen. Es lag also, wie man leicht einsehen wird, blos an ihr, daß sie fünf und zwanzig Jahr alt geworden war, ohne verheirathet zu seyn. Schon mancherlei und zum Theil sehr annehmliche Vorschläge waren ihr geschehen; sie hatte sie alle abgelehnt, und doch dabei ihren Ruf so unbefleckt erhalten, daß der Neid selbst auf ihre Zucht und Ehre keinen Schatten von Verdacht zu werfen wagte, und daß alles, was man an ihr tadeln konte, in etwas Eigensinn und Ehescheu bestand. Seit mehrern Jahren pflegt' ich in ihrem Hause aus und einzugehen, war immer alda aufs beste aufgenommen worden, und hatte nicht einmal den Gedanken gehegt, daß auch hier wohl mein Gürtel gebraucht werden könne. Einst, als ich um die Theestunde kam, fand ich noch eine iunge Lädi dort, die, wie ich wuste, Arabellens vertraute Freundin war, und ihr an guten Ton und unbescholtnen Sitten glich. Wir führten am Theetisch ein ziemlich munteres Gespräch und würden es wahrscheinlich noch ein Stündchen fortgesezt haben, wäre nicht plözlich das Kammermädchen hereingekommen, um ihrer Herrschaft zu melden: daß die bewuste Frau unten sei. – »Recht

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