Chapter

Einleitung des Herausgebers

Der beglückende Traum vom Frieden auf Erden ist so alt wie die Geschichte der Menschheit. Die antiken Dichter haben, in ihrem Wunsche, das, was nie gewesen, dennoch als Wirklichkeit erscheinen zu lassen, ein goldenes Zeitalter gemalt, darin es nicht Helm, nicht Schwert gab, »... und sorglos lebten und friedsam Ohne des Kriegers Bedarf in behaglicher Ruhe die Völker.« Auch die edelsten Geister des Mittelalters und der Neuzeit haben der großen Frage ihre Teilnahme gewidmet. Dante meint, das Kaisertum müsse es sein, das, indem es den ganzen Erdball umspanne, den Menschen auch den Weltfrieden gebe. Kant fordert einen Föderalismus freier Staaten, der sich allmählich auf alle erstrecken und endlich zum ewigen Frieden führen möge. Das Ziel ist bis heute nicht erreicht. Denn auch durch die ernsthaften Versuche der Staatsmänner scheint es der Verwirklichung kaum näher gebracht zu sein. So wird die friedensbedürftige Menschheit immer von neuem hingewiesen nicht allein auf das Studium des historischen Lebens, sondern auch auf die Vertiefung in jene so zahlreichen Schriften, die im Laufe der Jahrhunderte dem Thema vom ewigen Frieden gewidmet worden sind. Ihre Lehren, ihre Gründe, vor allem ihre Irrtümer gilt es kennen zu lernen, um die ungeheuren Schwierigkeiten zu ermessen, die der Lösung des Problems im Wege stehen. Eine dieser Schriften, die Arbeit eines Franzosen, ist es, die hier dem

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