1. Kapitel. Die reiche Erbin
Nic Pratt, als Detektiv eine Berühmtheit und als Mensch ein vornehmer Charakter, saß im Lesezimmer des Standard-Klub, Neuyork, Viktoriastreet 22-26, und studierte die Abendzeitungen. Er lag in einem Klubsessel aus feinstem Saffianleder und hatte die Füße auf einen zweiten Sessel gelegt. In dem weiten, hell erleuchteten Raume waren zur Zeit, und dies war der 2. April 1922 abends 9 Uhr, nur fünf Herren außer Pratt anwesend. In die hier herrschende Stille, die nur durch das Rascheln der Zeitungen zuweilen gestört wurde, drang jetzt vom Billardsaal her ein so gellender Schrei, daß selbst Pratt hochfuhr. Die Klubmitglieder starrten sich an. »Was war das?« meinte Mr. Godwin leise. Er hatte die Frage an Pratt gerichtet. Zum Erstaunen der anderen setzte sich Pratt wieder. »Das war der neue Klubdiener Stellgrave,« erklärte der berühmte Detektiv und legte die Beine auf den zweiten Sessel. »Der Mann leidet an Krämpfen. Es ist ein Kriegsinvalide, den Senator Bulk hier im Klub untergebracht hat.« Mr. Allan Godwin, der Milliardär, rief ärgerlich: »Dann soll man den Kranken nicht gerade in den Gesellschaftsräumen beschäftigen. Es ist« Indem flog die Tür zum Billardzimmer auf und ein Herr in Hemdärmeln, einen Billardstock in der Linken, trat rasch ein. »Ah, da sind Sie ja, Pratt,« sagte er erregt. »Denken Sie, der neue Klubdiener, der mir ein Glas Punsch bringen sollte, fiel mit einem Male um