Der Tote im Fahrstuhl
1. Kapitel. Graf Balder Baltholm schrieb an Harald Harst am 8. September folgendes: Malmö in Schweden. 8. Sept. 19.. Kungsgatan 12. Mein lieber und sehr verehrter Herr Harst! Sie werden sich wundern, daß heute bereits ein Schreiben von mir eintrifft, nachdem ich erst vorgestern Ihnen über unser Leben und Ergehen ausführlich berichtet habe. Es muß also schon eine besondere Veranlassung sein, die mich so schnell wieder an den Schreibtisch zwingt. Diese Veranlassung ist ein Brief meines Freundes Toornward aus Berlin. Baron Hilmar Toornward, seines Zeichens Arzt, weilt jetzt in Berlin. Er ist sonst in Stockholm ansässig und Assistent an der Stockholmer Universitätsklinik, dabei ein sehr lebenslustiger, frischer Junggeselle, der vielleicht zu sehr den Spruch beherzigt: »Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.« Dies — eben die Beherzigung der launigen Verse, wird ihm um so leichter, als er ein hübscher, liebenswürdiger Mensch und sehr reich ist. In seinem letzten Briefe schrieb er mir: »Man erlebt hier in Berlin manchmal Dinge, besonders wenn man, wie ich letztens, etwas angeheitert nachts heimkommt. Ich muß Dir diese Geschichte erzählen. So sonderbar sie ist: den größten Teil davon muß ich mir wohl eingebildet haben! Nur der kleinere Teil ließ sich als Tatsache oder Tatsachen nachkontrollieren. Höre also. — Ich kam am 22. August nachts gegen ein Uhr