Chapter

Erstes Kapitel

Franz Xaver Meusel war ein echter deutscher Dichter, denn er wohnte in einer Dachkammer, hatte wenig zu beißen und zu brechen und ging selten nur zum Friseur, weil der nicht auf Pump die Haare schnitt. Er war auch darum ein echter deutscher Dichter, weil er trotz des betrüblichen Mißstandes seiner irdischen Verhältnisse fast ausschließlich Dinge schrieb, für welche sich weder unter den Verlegern noch unter den Theaterdirektoren ein rechter Liebhaber finden ließ; heute ein fürchterlich naturalistisches Drama über das Motiv: »Hungertuch und Lustmord«, morgen ein metaphysisches Epos. Natürlich hatte er ein Kaffeehaus oder wenigstens einen Winkel in einem Kaffeehaus, wo er Gott war und drei bis sieben andächtigen Jünglingen nebst einigen wilden Jungfrauen sein Evangelium predigte. Im übrigen war er weiteren Kreisen unbekannt. Außer Gedichten und geistreich frechen Aufsätzen in etlichen literarischen Cliquenblättern der achtziger Sturmjahre war noch nichts von ihm gedruckt, und wie er sein Leben eigentlich fristete, war selbst seinen nächsten Freunden ein Rätsel. Wenn Franz Xaver Meusel rasiert und sein alter Bratenrock gebürstet war, dann sah er aus wie ein englischer Reverend; war er aber unrasiert und ungebürstet, was häufiger der Fall, so glich er eher einem entsprungenen Sträfling, der sich lange in Wind und Wetter herumgetrieben und die Nase erfroren hat. In solcher Verfassung

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.