Daheim im Steinhüttchen
Hoch oben im Berner Oberland, noch eine gute Strecke über das von Wiesen umsäumte Dörfchen Kandergrund hinaus, steht eine kleine, einsame Hütte, von einem alten Tannenbaum überschattet. Nicht weit davon stürzt von der bewaldeten Felsenhöhe der Wildbach nieder, der bei großen Regengüssen viel Felsgestein und Geröll mit fortschwemmt. Wenn der Regen aufgehört hat, hinterläßt der Bach eine wüste Steinmasse, die von einem klaren Wasser schnell durchflossen wird. Darum heißt die kleine Behausung in der Nähe dieses Baches die Steinhütte. Hier wohnte der brave Tagelöhner Toni, der auf allen Bauernhöfen, wohin er zur Arbeit ging, gern gesehen wurde. Denn er war still und fleißig, pünktlich in der Arbeit und zuverlässig in seinem ganzen Wesen. In seiner Steinhütte wohnte er mit seiner jungen Frau und einem Büblein, das die Freude der beiden war. Am Hüttchen in dem kleinen Stall stand die Geiß, von deren Milch Mutter und Kind sich ernährten, während der Vater die ganze Woche hindurch auf den Bauernhöfen, wo er vom Morgen bis zum Abend arbeitete, seine Kost erhielt. Nur den Sonntag verbrachte er daheim mit seiner Frau und dem kleinen Toni. Frau Elsbeth pflegte ihr Häuschen sehr. Wenn es auch eng und klein war, so sah es doch immer so sauber und aufgeräumt aus, daß jeder gern in das sonnige Stübchen eintrat. Und der Toni fühlte sich nirgends so wohl, wie daheim im Steinhüttchen mit seinem