Erstes Kapitel
Es war an einem frühen Novemberabend bald nach dem Königsberger Semesterbeginn, da saßen in einem der oberen Rauchzimmer der Steinerschen Konditorei dicht vor dem Erkerfenster, das man seiner jagdfrohen Ausschau wegen die »Saukanzel« zu nennen pflegte, etliche Angehörige der »Cheruskia« zu einem Viermännerskat geruhsam vereinigt. Hinter jedem der Spielenden ein »Kiebitz« und zwei noch obendrein, die in Witzblättern »tigerten«. Der Kaffee war schon ausgekloppt, den hatte der lange Schlurks erworben, nun kamen die diversen Liköre dran. Da war erst eine Runde Maraschino, dann vier Knickebeine, und schließlich der Sliwowitz, dessen Ziffer eine respektable Höhe erreicht hatte. Plötzlich legte die Spitzmaus die Karten hin und sagte: »Bei mir is Schluß, ich muß ins Kolleg.« Die andern stimmten das berühmte Maurerlied an: »Wenn man die kalten Füße kriegt, Füße kriegt, Füße kriegt«, aber der kleine, forsche Kerl mit dem beweglichen Mauserüssel ließ sich nicht beirren. Er schob die blaugoldberänderte weiße Mütze noch etwas weiter ins Genick zurück und sagte mit der ihm eigenen krähenden Wurstigkeit: »Wenn ihr Schafsköpfe 'ne Ahnung hättet!« »Was für 'ne Ahnung? Raus mit den kalten Katzen!« Aber der Spitzmaus beliebte es nicht, Rede zu stehen. »Kloppt man ruhig weiter. Ich bezahl' meinen Teil, und damit basta.« Da wurden sie aber unangenehm. »Wenn du nicht auf der Stelle Farbe bekennst,