Chapter

I.

Es war Herbst. Über die Landstraße fuhren mit großer Schnelligkeit zwei Wagen dahin. In dem ersten saßen zwei Frauen, eine bleiche, abgemagerte Dame und eine Kammerzofe mit vollen Formen und hellrothem Gesicht. Unter dem verschossenen Hut drangen kurze trockene Haare hervor, welche sie mit den rothen, in zerrissenen Handschuhen steckenden Fingern von Zeit zu Zeit heftig zurückstrich. Der hohe, mit einem Linnentuch bedeckte Busen athmete Gesundheit, die lebhaften schwarzen Augen schauten bald durch das Fenster auf die dahineilenden Felder, bald warfen sie einen scheuen Blick auf die Dame oder musterten ruhig das Innere des Wagens. Unmittelbar vor dem Gesicht der Zofe wiegte sich in einem Netz der Hut ihrer Herrin, auf ihren Knieen lag ein kleiner Hund, die Füße ruhten auf den im Wagen stehenden Kästchen, deren Stoßen und Rütteln kaum zu hören war vor dem Knarren der Federn und dem Klirren der Scheiben. Die Hände in den Schooß gelegt, die Augen geschlossen, wiegte sich die Dame schwach hin und her auf den Kissen, welche ihr in den Rücken gelegt, waren, und ihr Gesicht zog sich bei den fortwährenden Hustenanfällen krampfhaft zusammen. Auf dem Kopfe hatte sie eine weiße Haube und um den zarten, bleichen Hals war ein blaues Tuch geschlungen. Ein gerader Scheitel, der unter der Hauhe hervortrat, theilte das blonde, ganz flach gestrichene Haar in zwei Theile, die weiße Haut dieses

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