Erstes Kapitel.
In welchem die Katz eine Nase und die allgemeine Neugier reichlich Nahrung bekommt. Ein Stern geht auf. Der weiße Saal des großherzoglichen Schlosses erstrahlte im Glanze mehrerer hundert Wachskerzen. In den unzähligen Prismen der krystallenen Kronleuchter brach sich ihr mildes Licht und auf dem milchweißen Marmor der Säulenreihen, die sich an beiden Schmalseiten des herrlichen Prunkraumes hinzogen, auf den Spiegelflächen zwischen den hohen Bogenfenstern, wie auf dem eisglatten Fußboden zitterte der Wiederschein in leisem Wellenspiele. Und weiter zerstob die Lichtflut in Strahlenbüschel und lustiges Funkenfeuerwerk, wo es sich in dem Brillantschmuck der Damen, in den Goldstickereien der Uniformen und in dem blitzenden Ordensfirmamente verfing, womit der größte Teil der Herren vom Hofe sich festlich brüsten konnte. Es galt die Feier des Neujahrstages. Am Vormittage hatte für die Herren eine Gratulationscour stattgefunden. Für den Abend war die ganze Hofgesellschaft der Residenz samt den hervorragenderen Vertretern der Kunst und Wissenschaft des engeren Vaterländchens, die Offiziere benachbarter Garnisonen, sowie endlich diejenigen Mitglieder des eingeborenen Landadels, welche eine Hofcharge bekleideten, zum Konzert eingeladen. Dieses Hofkonzert am Neujahrsabend war für die gesamte adlige Gesellschaft des Großherzogtums ein bedeutungsvoller Tag, dem besonders die Herzen der