Chapter

Ein Trunkenbold

Ein Trunkenbold. Der Teckel mit zwei Köpfen … Der Leser wird sofort an eine Mißgeburt denken — und denkt daneben. Dieser Teckel steht auf dem zweiten Brett unseres Raritätenschrankes neben anderen Erinnerungsstücken an merkwürdige Abenteuer, die uns in den meisten Fällen ein Zufall bescherte, denn die ganz seltenen, wirklich eigenartigen Probleme sind ja gewöhnlich so beschaffen, daß die zunächst Beteiligten, die Opfer geheimer Ränke, Anschläge oder anderer Verbrechen, zu spät das sich immer enger zusammenziehende Netz bemerken. So sind es denn in den weitaus meisten Fällen dieser Art lediglich Fernstehende, die irgendeine besondere, auffällige Beobachtung gemacht haben und die in Gedanken das Geschaute, Erlauschte oder sonstwie zu ihrer Kenntnis Gelangte oft tagelang als unruhestiftenden Fremdkörper in ihres Alltagstrotts geregelter Bahn verspüren, bevor sie sich entschließen, sich an eine berufene Stelle zu wenden. Es war an einem sehr ungemütlichen Herbstabend. Sturm und gelegentliche Regenschauer umfauchten das alte Harstsche Familienhaus. So gegen neun Uhr saßen Harald und ich in der Bibliothek, die ja gleichzeitig Musikzimmer ist. Harst spielte auf dem Bechstein ganz leise die wundervollsten Stellen aus Puccinis sentimentaler, etwas weichlicher Boheme. Ich las im Klubsessel neben dem Kaminofen Doktor Alders Berichte über die neuesten Forschungen in der Adelsberger Grotte.

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