Zweiter Band
Das Leben, welches der Tannhäuser von Anfang an geführt, hatte ihn früher gelangweilt, als er es sich gedacht. Er wußte nicht, woher es eigentlich kam, daß ihm seine elegante Wohnung keine Freude mehr machte, daß es ihm für nichts galt, einen Wunsch, den er kaum geäußert, gleich schon erfüllt zu sehen. Lebhafter als je dachte er an seine frühere Wohnung zurück, – an die Veranda und das wunderbare Licht unter derselben mochte er nicht denken; das schnitt ihm jedesmal ins Herz, und er bemühte sich, eines solchen Gedankens los zu werden. Und doch überfielen sie ihn plötzlich, dergleichen Gedanken, und es dauerte alsdann eine Zeitlang, bis er sich ihrer vollständig erwehren konnte, und wenn er darauf zusammengesunken, finster in einer Sophaecke saß und sie nun leise näher tretend ihm die Hand sanft von der Stirne entfernte, ihn fragend, was ihm fehle, womit er seinen Geist beschäftige? so mochte und konnte er nicht die richtige Antwort geben, und wenn sie gar zu sehr in ihn drang, zeigte er trübe lächelnd durch das Fenster nach Süden auf die fernen blauen Berge und sagte: »Ich möchte wissen, was dahinter liegt.« Es war aber nichts leichter als das zu erforschen. Hatte doch die Fürstin ihrem unruhigen Temperamente nach schon viel zu lange ohne Abwechslung an einem und demselben Orte gewohnt, drängte es sie doch auch wieder in die Welt hinaus. Wenn es also kein anderer Grund war, der