Chapter

Ein Leerer Kaefig

Bertha war der Klassenhamster. Sie war klein, braun und aß Sonnenblumenkerne mit großer Ernsthaftigkeit. Sie wohnte in einem Käfig auf dem Fensterbrett hinten im Klassenzimmer. Als die Kinder am Montagmorgen hereinkamen, war Berthas Käfig leer. Die Käfigtür stand offen. „Oh nein", sagte Herr Halpern. Er hatte den Käfig nicht geöffnet. Der Käfig hatte einen Verschluss. Der Verschluss war auf. Die Kinder versammelten sich. „Hat sie jemand rausgelassen?" „Vielleicht ist sie geflohen." „Vielleicht ist sie ein schlauer Hamster." „Vielleicht ist sie ein NINJA-Hamster." Herr Halpern bat alle, sich zu setzen. Sie setzten sich. „Wir machen jetzt Folgendes", sagte Herr Halpern, der ein ruhiger Mann war. „Niemand gerät in Panik. Niemand rennt. Hamster verstecken sich, wenn sie Angst haben. Wir suchen ganz, ganz leise. Wer sie findet, hebt die Hand. Pack sie nicht — sie erschrickt und beißt. Hebt einfach die Hand." Die Kinder nickten. Der Raum wurde sehr still. Dreiundzwanzig Kinder schauten ganz genau auf den Boden. Eine kleine graue Nase lugte unter dem Heizkörper vorne im Raum hervor. Dann ein kleiner Schnurrhaar. Dann, ganz vorsichtig, ein kleiner grauer Hamster. Es war nicht Bertha. Bertha war braun. Der Raum wurde auf eine andere Weise still.

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