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Wie der Struwwelpeter entstand

Dr. Heinrich Hoffmann, der Verfasser des Struwwelpeter, erzahlt dessen Entstehung wie folgt: Gegen Weihnachten des Jahres 1844, als mein altester Sohn drei Jahre alt war, ging ich in die Stadt, um demselben zum Festgeschenke ein Bilderbuch zu kaufen, wie es der Fassungskraft des kleinen menschlichen Wesens in solchem Alter entsprechend schien. Aber was fand ich? Lange Erzahlungen oder alberne Bildersammlungen, moralische Geschichten, die mit ermahnenden Vorschriften begannen und schlossen, wie: Das brave Kind muss wahrhaft sein; oder: Brave Kinder mussen sich reinlich halten etc. Als ich nun gar endlich ein Foliobuch fand, in welchem eine Bank, ein Stuhl, ein Topf und vieles andere, was wachst oder gemacht wird, ein wahres Weltrepertorium, abgezeichnet war, und wo bei jedem Bild fein sauberlich zu lesen war: die Halfte, ein Drittel, oder ein Zehntel der naturlichen Grosse, da war es mit meiner Geduld aus. Einem Kind, dem man eine Bank zeichnet, und das sich daran erfreuen soll, ist dies eine Bank, eine wirkliche Bank. Und von der wirklichen Lebensgrosse der Bank, hat und braucht das Kind gar keinen Begriff zu haben. Abstrakt denkt ja das Kind noch gar nicht, und die allgemeine Warnung: Du sollst nicht lugen! hat wenig ausgerichtet im Vergleich mit der Geschichte: Fritz, Fritz, die Brucke kommt! Als ich damals heimkam, hatte ich aber doch ein Buch mitgebracht; ich uberreichte es

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