Eine Heirat am Südsee-Strand
Ich sah die Insel zuerst zwischen Nacht und Morgen. Der Mond stand im Westen, im Niedergehen begriffen, aber noch breit und hell. Im Osten zwischen unserm Schiff vor der Dämmerung, die ganz rosenrot war, funkelte der Morgenstern wie ein Diamant. Die Landbrise wehte in unsere Gesichter und roch kräftig nach wilden Linden und Vanille. Noch andere Dinge waren da zu bemerken, aber dies waren die einfachsten; und in der Kühle mußte ich niesen. Nun muß ich Ihnen wohl sagen, daß ich jahrelang auf einer der Niedrigen Inseln nahe am Äquator gelebt hatte, die meiste Zeit ganz einsam unter Eingeborenen. Hier stand mir nun eine frische Erfahrung bevor: Sogar die Sprache würde mir fremd sein; und der Anblick dieser Wälder und Berge erfrischte mir das Blut. Der Kapitän blies die Lampe im Kompaßhaus aus und sagte: »Da! Da, wo der feine Rauch hinter der Lücke im Riff aufsteigt, Herr Wiltshire – das ist Falesa, wo Ihre Station ist, das letzte Dorf nach Osten zu. Windwärts wohnt dann keiner mehr – ich weiß nicht, warum. Nehmen Sie mein Glas, und Sie können die Häuser unterscheiden.« Ich nahm das Fernglas, und die Küste sprang näher heran, und ich sah das Baumdickicht der Wälder und die Lücke in der Brandung, und die braunen Dächer und die schwarzen Türöffnungen von Häusern lugten unter den Bäumen hervor. »Sehen Sie das bißchen Weiß da vorn, da nach Osten zu?« fuhr der Kapitän fort. »Das ist Ihr