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Ankunft in Schleppersberg

Tief im Tal liegt das Städtchen Schleppersberg. Ihm entgegen wanderten an einem Aprilabend 1916 zwei Männer den Feldweg hinab, der Gendarm und sein Häftling. Der Gendarm blickte ernst und verdrossen – der Häftling fröhlich und sorglos; sein Gesicht war hager und rosig, von Falten durchrissen. Hoch schwenkte er die Mütze. Von allen Orten, in denen er im Laufe seines Vagabundenlebens längere Ruhe genossen, war ihm Schleppersberg der liebste. Hier hatte er Freunde, und alle freuten sich, wenn er kam, brachte er ihnen doch wieder einen Hauch der großen Welt mit in ihr enges Heimatsnest. Der erste, dem er begegnete, war der Herr Landesgerichtsrat Gurek. Er machte eben seinen Abendspaziergang zu den grünenden Saaten, zwei fuchsrote Zwergdackel hinter sich. »Was Teufel!« rief der Rat, »schon wieder eingeliefert? Ja, Helfrich, was treiben S' denn? Und nur zu uns. Können Sie sich denn kein andres Revier aussuchen?« »Am liebsten bin ich hier, Herr Gerichtsrat, halten zu Gnaden,« sagte der Häftling und hielt seine Mütze bescheiden in der Hand. Die Dackel erkannten den Wanderer und wedelten ihm munter zu. »Na ja …, aber das ist ja schrecklich mit Ihnen! Sie sind unverbesserlich!« Der Rat mühte sich, sein offenes, freundliches Gesicht in strenge Falten zu ziehen und dachte: G'rad recht kommt er – der Garten ist schon ganz verwildert –, der Michel muß ihn wieder einmal ordentlich herrichten.

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