Chapter

Der Sterlett

Mehrere Jahre lang verließ ich allwöchentlich mein Standquartier in der russischen Gouvernementsstadt, in der ich damals lebte, und reiste südwärts nach einem kleinen Bahnflecken, um dort von meinen Lieferanten in der Umgegend Butter in Empfang zu nehmen. Mein in verschiedener Hinsicht berühmter Diener und Packer Petruscha begleitete mich. Er hatte in meinem Dienst alle Stadien vom Urmenschen bis zum sogenannten Übermenschen durchlaufen, hatte sich also, mit anderen Worten, im Kreis zu seinem Ausgangspunkt zurückbewegt. Spielend und anmutvoll verrichtete er die Arbeit von drei Männern und hatte, nach einem von ihm selbst erfundenen System, Schreiben und Rechnen gelernt. Ihm verdanke ich es, daß ich während jener Reisen Leben und Gesundheit behielt, daß ich viele und gute Butter einhandelte und daneben noch dies und jenes erlebte. In der Hauptsache besorgte nämlich er alle laufenden Geschäfte, wodurch ich Zeit fand, an andere Dinge zu denken und nach dem Abenteuer auszuschauen. In der Regel sah ich Sonntags ein paar Freunde bei mir. Eine halbe Stunde vor Abgang des Nachtzugs erschien Petruscha im Bankettsaal, reisefertig, die Geschäftsbücher unterm Arm. Er blickte fragend auf mich, auf die Flaschen, zur Decke empor, bis ich mich erhob, ein paar tausend Rubel in die Tasche steckte, nach meinem Revolver tastete und ihm folgte. Auf dem Bahnhof nahm er zwei Billette erster Klasse,

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