Chapter

Der Steinwurf

»Piroska, spute dich und spar' dir das Träumen für eine gelegenere Zeit auf! Man sollte wirklich meinen, daß du den Sonnenuntergang zum erstenmal in deinem Leben siehst! Wie albern doch alle Frauenzimmer sind!« Die schmucke Bauerndirne, an welche diese nicht gerade höflichen Worte gerichtet waren, stand, an ihren Rechen gelehnt, mitten auf einer großen Wiese und blickte träumerisch nach dem hinter den Bergen versinkenden glutroten Ball. Sie schien die Bemerkung des ungeschlachten Burschen, der wenige Schritte von ihr entfernt das Heu umwandte, gar nicht gehört zu haben, denn sie änderte ihre Stellung nicht im geringsten. »Ich möchte wissen, wie lange du noch starr wie ein angemaltes Bild da stehen wirst, statt nach deiner Arbeit zu sehen, wie es sich gehört. Du gibst den Taglöhnern ein nettes Beispiel, das muß ich sagen!« »Den Menschen möchte ich gerne sehen, der es dir Brummbär einmal recht macht!« gab sie schnippisch und mit verächtlich gekräuselten Lippen zurück. »Uebrigens weißt du sehr gut, daß ich mit einer Armbewegung mehr schaffe, als wenn du mit deinen plumpen Händen dich eine halbe Stunde lang abmühst. Es genügt ja auch, wenn einer in der Familie den Leuten als leuchtendes Beispiel dient, und dieser eine bist ja du!« »Du loser Schnabel, halte deine Zunge im Zaum! Du weißt, ich vertrage alles, nur keinen Spott. Hüte dich! Meine plumpen Hände könnten dir sonst eine

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