Chapter

Erstes Kapitel.

Durch einen jener schattigen Hohlwege, wie sie in der Normandie zwischen Erddämmen sich hinziehen, die mit ihren dichten Baumanpflanzungen die Gehöfte mit einem für Wind und Sonne undurchdringlichen Walle umschließen, ritt an einem schönen Sommermorgen eine junge Dame auf einem Pferde von ziemlich gewöhnlichem Schlage im Schritte dahin. Träumerisch, die milde, vom Dufte des blühenden Klees gesättigte Luft genießend, ließ sie die Zügel schlaff niederhängen. Sie war eine gar stolze Erscheinung unter dem schwarzen Filzhut, den ein weißer Gazeschleier umgab, und in dem langen Reitkleid von stahlgrauem Tuche. Man hatte sie für eine der mutigen großen Damen halten können, die zur Zeit der Vendeer-Anführer Stofflet und Cathelineau in den Wäldern des Bocage dem royalistischen Heere beherzt folgten und mit ihrem Lächeln die düstere vendeesche Epopöe erhellten. Voll Anmut überließ die schöne Amazone ihre schlanke Gestalt der Gangart der Stute, während sie zerstreut mit der Reitpeitsche nach den grünen Ginsterstengeln schlug. Ein schottischer Windhund mit rauhem, rötlichem Fell begleitete sie, indem er seinen behenden Schritt mit der lässigen Weise des Pferdes in Einklang zu bringen suchte und von Zeit zu Zeit den spitzen Kopf, aus dem zwei schwarze Augen unter buschigen Brauen hervorblitzten, zu seiner Herrin emporhob. Das kurze, saftige Gras, das unter dem dunkeln Laubdach der Buchen

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