Chapter

Der Kaufpreis

Selbst der rötliche Glanz, der den Nachthimmel weithin in unheimliche Helle tauchte, konnte diese Totenblässe auf dem schmalen Antlitz des halb entblößten Weibes nur in ein fahles Rosa verwandeln … Acht Schritt vor der Frau einige zwanzig wilde Gestalten mit angelegten Gewehren … Im Hintergrunde weitere zwanzig als Zuschauer. Alles junge Kerle mit fanatischem Haß in den Augen. Und neben den schußbereiten Burschen ein schlanker Mann in einer Art Offiziersuniform … Mit einem verlebten Gesicht … Mit müden, melancholischen Augen … „Zum letzten Male frage ich Sie: wo ist das Versteck?“ Seine Stimme war müde wie sein Auge … Seine Worte galten der Frau … Die hatte den Kopf mit dem gelösten aschblonden Haar an die kühle Mauer gelehnt … Ein Ausdruck unsäglicher Verachtung erschien auf diesem zarten, vornehmen Antlitz … „Zum letzten Male sage ich Ihnen: mein Gatte hatte mich nie in diese Dinge eingeweiht – – nie! Ich bin Deutsche von Geburt … Und wie mein Mann mich im übrigen behandelt hat, müßten Sie am besten wissen!“ Der Mann mit den jungenhaft schmalen Schultern schien überrascht … schien … „Ah – richtig … – eine Deutsche,“ sprach er wie selbstvergessen vor sich hin … Überlegte dann … Und die Stimme klang scharf und schneidend, als er nun rief: „Die Exekution wird verschoben! Wir allein können die Verantwortung nicht übernehmen, eine Deutsche zu erschießen, die noch dazu aus

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