Der Stadthauptmann von Lüneburg
Die wilde Herrschaft des Faustrechts in Deutschland, welche im 13. Jahrhunderte den Bund der Hansa hervorgerufen, um den Handel der Stadte zu Wasser und zu Land gegen rauberische Ueberfalle zu schutzen und den Eroberungsgelusten der deutschen Ritter und Fursten eine bewaffnete Macht entgegen zu stellen, diese Herrschaft der rohen Willkur rief auch hundert Jahre spater den Bund der schwabischen Stadte in's Leben, als unter der Regierung des wankelmuthigen Kaiser Karl IV. Nord- und Suddeutschland der Schauplatz der blutigsten Fehden eroberungssuchtigter Fursten und Bischofe geworden war. In diese wildbewegte Zeit fiel die Regierung des Herzog Magnus des Jungern, welcher uber die vereinigten Braunschweig-Luneburg-Hannoverschen Lande herrschte, und dem die Geschichte den Namen Torquatus beilegt. In ununterbrochener Fehde mit den Herzogen von Sachsen und Mecklenburg, sowie mit den Bischofen von Hildesheim und Munster verwickelt, mussten die reichen mit der Hansa verbundenen Handelsstadte seines Landes gar oft die leer gewordenen Sackel des nicht immer siegreichen Fursten fullen und die argsten Erpressungen erdulden. Dieser Bedruckungen mude, verschlossen unter dem Schutze des Hansabundes Braunschweig und Harburg, Hannover und Wolfenbuttel zuletzt dem wilden Welfenfursten ihre Thore und aus friedlichen Burgern wurden mit den Waffen wohl vertraute Kriegsleute, die hinter den festen