Das weiße Schweigen
»Carmen hält keine zwei Tage mehr aus.« Mason spie einen Klumpen Eis aus und betrachtete besorgt das arme Tier, dann nahm er die Pfote der Hündin in den Mund und begann das Eis loszubeißen, das zwischen ihren Zehen saß und sie grausam quälte. »Ich hab' auch noch nie einen Hund mit einem so hochtrabenden Namen gesehen, der etwas taugte«, sagte er, spie das letzte Eisstück aus und schob den Hund fort. »Die schwinden einem direkt unter den Fingern weg. Habt ihr je gesehen, daß ein Hund mit einem ordentlichen Namen wie Cassiar, Siwash oder Husky zu Schaden gekommen wäre? Seht nur Shookum, das ist –« Haps! Die magere Bestie fuhr hoch und hätte Mason um ein Haar an der Kehle gepackt. »Was!« Ein gewandter Schlag hinters Ohr mit der Hundepeitsche streckte das Tier in den Schnee, wo es zitternd liegenblieb, während ihm gelblicher Schaum aus dem Fang tropfte. »Was ich sagen wollte: Seht mal Shookum an – der hat's in sich. Wetten, daß er Carmen gefressen hat, ehe die Woche um ist!« »Ich schlage eine andere Wette vor«, entgegnete Malemute Kid und wendete das gefrorene Brot, das zum Auftauen vor das Feuer gestellt war. »Wir werden Shookum fressen, ehe die Reise zu Ende ist. Was meinst du, Ruth?« Die Indianerin, die dabei war, Eis aufzutauen, um Kaffee zu machen, blickte von Malemute Kid auf ihren Mann und dann auf die Hunde, ließ sich aber zu keiner Antwort herbei. Die Wahrheit dessen, was