Chapter

1. Kapitel: Der schielende Kreuzbube

Fregattenkapitän Sir Ernest Bolwyn, kommandiert zum englischen Ostasiengeschwader, hatte uns bei einem ihm befreundeten holländischen Kaufmann untergebracht. Die durchaus europäische Villa mit uraltem Park war ein ideales Heim. Von dort aus besichtigten wir das alte Schanghai, das uns weit mehr interessierte. Jene engen Straßen im Chinesenviertel, in denen die Fußgänger den Autos nur ausweichen können, indem sie in die Hauseingänge flüchten, verbergen in finsteren Höfen und ineinander geschachtelten uralten Häuschen die Unterwelt dieser rührigen, fröhlichen Hafenstadt am Pazifik. Nach einem sengend heißen, windstillen Tage saßen wir mit van Baargen und seiner Gattin gegen acht Uhr auf der Terrasse, die dem Fluß zugekehrt war. Der Holländer war ein äußerst höflicher Gastgeber. Seine Gattin, eine Deutsche, hatte stets etwas Gedrücktes, Unfreies an sich. Sie war blond und straff, ihr Gesicht erschien wie versteinert, sie verbarg irgendein Leid hinter der Maske kältester Unnahbarkeit, aber ihre Augen und ein gelegentliches Zucken um den herben Mund deuteten mehr auf das hin, was ich als »unfrei« bezeichnet habe. Ihr Gatte nannte sie Loa, sie war eine geborene Rüsserholm, Eleonore, Lore, — Loa klang weicher, asiatischer, und der Gentleman Baargen trug wohl einige Tropfen farbigen Blutes in den Adern. Seine Eltern hatten in Batavia gelebt. Dies war nun unser vierter Abend in

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