Erster Teil
Ein Mann unter Dreißig braucht Verkehr. Es tut nicht gut, wenn das lebendige Strömen seines Lebens von einem langen Stillschweigen aufgestaut wird wie von einem Damm – es kommt der Tag, wo der Strom entweder den Damm durchbricht oder ihn überflutet, und je stärker das Hindernis war, desto verhängnisvoller und zerstörender ist schließlich der Augenblick, in dem die gestauten Wasser sich ihre Freiheit erkämpfen. Vic Gregg war noch auf der gefährlichen Seite der Dreißig und diesen ganzen Winter über hatte er allein oben in den Bergen leben müssen. Er wollte Betty Neal heiraten, aber zum Heiraten braucht man Geld und deshalb hatte Vic sich den Duncans als Goldgräber verdingt. Sie zahlten ihm fünfzehnhundert Dollar dafür. Aber anstatt sich einen Partner zu nehmen, wollte er das ganze Geld allein verdienen. Es muß schon ein Kerl von besonderem Schrot und Korn sein, der in ein paar Monaten für fünfzehnhundert Dollar Minenarbeit tut, ohne eine Hilfe zu haben, aber Gregg bildete tatsächlich eine von jenen Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Er erledigte die Probebohrungen an vierzehn Plätzen, wo die Duncans Schürfrechte erworben hatten, und war jetzt mit dem fünfzehnten »Claim« auch beinahe zu Ende. Aber er zahlte auch dafür. Die Einsamkeit fraß sich in ihn wie eine Säure. Gewiß war ihm von klein auf das tiefe Schweigen der Einöde, die Stille inmitten der ragenden Gipfel vertraut, die