Der Seeräuber Vane
In der brennendsten Mittagshitze schritt ein junger englischer Officier aus dem Hafen von Havanna nach der Stadt zu. Es begegneten ihm nur einige Schwarze mit Wasserfäßchen, die sie nach dem Hafen trugen; die übrigen Bewohner der Stadt schienen im Schatten der Häuser zu weilen. Der Schweiß rann ihm in großen Tropfen über das braune Gesicht und sein Blick zeugte von großem Mißvergnügen. Dem letzten der Negersklaven folgte ein ziemlich fein gekleideter Europäer, den er für einen Franzosen hielt und der mit dem Schwarzen ein Gespräch angeknüpft hatte. An diesen wendete sich der englische Officier und fragte ihn in französischer Sprache: Mein Herr, würden Sie wohl die Güte haben, mir zu sagen, in welchem Hôtel von Havanna ich mich nach einer längern Seereise am besten erquicken könnte? Da ich von dem Schwarzen dort mit dem Wasserfasse, erwiderte der Gefragte höflich aber etwas gebrochen französisch, bereits erfahren habe was ich wissen wollte, so werde im mir ein Vergnügen daraus machen Ihr Führer zu sein. Eine solche Zuvorkommenheit ward vom Engländer um so dankbarer aufgenommen, je weniger er sie zu erwarten berechtigt war. Die beiden Leute hatten gleich weg, daß England ihr gemeinschaftliches Vatexland war; sie schienen wie für einander geboren zu sein, so zutraulich wurden sie bald gegen einander; es war noch nicht eine Stunde vergangen, so würde jeder die Aufrichtigkeit des