Erstes Kapitel.
Ich habe das Schreiben ziemlich lange eingestellt, da ich unpäßlicher war, als gewöhnlich. Ich habe mir eben die letzten Seiten meiner Erzählung vorlesen lassen, und mit Ueberraschung gesehen, daß nichts in der Ordnung ist. Mein Gedächtniß läßt mich zuweilen im Stiche, so daß mich Jemand an das erinnern muß, was ich schon gesagt habe, und mein kleiner weiblicher Secretair — ich glaube, ich erfinde dieses Wort — ist noch gedankenloser, als ich vergeßlich bin. Sie hat mich also nicht aufmerksam gemacht, daß sich in der Geschichte des Fräulein Aissé sehr unangenehme Wiederholungen und Versetzungen finden. Ich kann keine Hand daran legen, ohne Alles umzuschmelzen, und die Zeit drängt, denn ich möchte diese Memoiren beenden, ehe ich sterbe, und ich habe nur noch Tage der Gnadenfrist übrig. Die Einsicht und der gute Wille des Lesers werden nachhelfen. Er wird zum Beispiel einsehen, daß die Scene im Palais-Royal vor dem von Aissé an den Regenten geschriebenen Briefe vorgeht; er wird einsehen, daß die zweimal wiederholte Erwähnung ihrer Niederkunft ein Gedächtnißfehler und Alles ein Versehen des thörichten Kindes ist, die ich endlich einmal verabschiedet habe und die ich nicht mehr zum Secretair haben will. Ich gebe dem getreuen Viard sein Scepter, das heißt seine Feder, zurück. Er hat mir versprochen, zu schreiben, was ich ihm dictiren werde, ohne Bemerkungen zu machen, selbst wenn