Erstes Kapitel
Erstes Kapitel. Das Blut kochte in den jungen Adern dieser engagirten Prinzessin. Herr von Riom dachte nach: er betrachtete diese Schönheit in ihrer Blüthe, er hörte ihre Worte an, und er kannte diesen ungebändigten Charakter, den sie von ihrer Mutter hatte; er bewunderte und zitterte zu gleicher Zeit. Die Wichtigkeit des Augenblicks flößte ihm einen Gedanken ein. — Ich weigere mich nicht, Dir zu dienen, meine Tochter, nur muß ich es auf nützliche Weise thun können, und darum verlange ich wenigstens einen Monat zum Nachdenken. Den wirst Du mir wohl bewilligen, nicht wahr? — Einen Monat! das ist lange, mein Herr, ich sterbe vor Ungeduld. — Es ist sehr wenig, wenn es gelingen soll, und es wird mir gelingen, bewillige mir nur diese Zeit. Sie ließ sich viel bitten, endlich willigte sie unter der Bedingung ein, daß ihr Vater sie oft besuche, mit ihr spreche und ihr Rechenschaft von den Fortschritten ihrer Wünsche ablegen solle. Darauf verließ der Graf sie und ging gerade zum Präsidenten Henault, dem Secretair der Befehle der Königin, vor dem Ihre Majestät viel Achtung hatte, und den sie gern anhörte. Er erzählte ihm die ganze Geschichte und bat ihn, sie Ihrer Majestät mitzutheilen und zu versuchen, ihren Schutz in dieser Sache zu erlangen. Er machte ihm begreiflich, daß dieses Kind ihm allein angehöre, und daß es im königlichen Hause durchaus seine Verlegenheit herbeiführen könne,