Was Ein Kind Tun Kann
Es war sehr kalt. Auf dem Weg lag seit einer Woche Eis. Jonas schaute aus dem Fenster seiner Wohnung und aß einen Apfel, während seine Großmutter ihren Mittagsschlaf machte.
Der Postbote kam mit dem Fahrrad den Weg hoch.
Der Postbote traf eine vereiste Stelle.
Der Postbote stürzte.
Jonas erstarrte einen Moment lang. Der Postbote stand nicht auf. Der Postbote lag auf dem Weg, sein Bein in einem falsch aussehenden Winkel.
Jonas war sechs. Er dachte sehr schnell, wer zu Hause war. Großmutter schlief. Mama war bei der Arbeit. Papa war bei der Arbeit.
Jonas kannte die Regel für Notfälle. Die Regel hieß: einem Erwachsenen Bescheid sagen. Dann 112 anrufen.
Er ging zu Großmutters Bett. Er rüttelte sie sehr sanft, aber bestimmt am Arm.
„Oma. Auf dem Weg liegt ein Postbote. Er ist verletzt."
Oma war sofort wach. Sie bewegte sich schneller, als Jonas sie je hatte sich bewegen sehen. Sie zog ihre Hausschuhe an. Sie ging zum Fenster. Sie schaute.
„So", sagte sie. „Jonas, das schnurlose Telefon liegt auf dem Küchentisch. Bring es mir."
Jonas brachte es.
Oma rief die 112 an. Sie sprach klar. Die Adresse. Die Lage. Ja. Schnell. Danke.
Dann sagte sie zu Jonas: „Bring mir die Decke vom Stuhl. Ich gehe runter."
„Darf ich mitkommen?"
„Ja. Wir lassen ihn nicht allein."
Sie gingen zusammen nach unten. Oma ging sehr vorsichtig auf dem vereisten Weg, mit der Decke. Der Postbote lag